Turbulentes Storchenjahr

In den letzten beiden Nächten kam keiner unserer Störche mehr zum Nest zurück, weder darin noch darunter. Auch in Westheim, wo man sie dann vermutet hätte, saßen nur noch zwei Störche, vermutlich die Altstörche. Einerseits könnte man annehmen, dass die Jungstörche zusammen mit den Westheimern ihrem Instinkt gefolgt sind und ihre Reise angetreten haben. Bezogen auf die Westheimer Störche wäre der Termin genau jetzt und damit passend. Bezogen auf unsere Störche wäre es noch längst nicht soweit.

Andererseits hatten unsere Störche doch ein erhebliches Maß an Entwicklungsverzögerung, so dass ein Abflug ohne den Antrieb durch die Westheimer noch gar nicht denkbar sein sollte. Aber wie so häufig in diesem Jahr kennen wir die Antwort auf diese Fragen noch nicht, da vieles für uns einfach völlig neu auftritt und wir das in Hammelburg seit 2009 (Beginn der Übertragung des Storchennestes) noch nicht beobachten konnten. Wir konnten in den letzten Tagen mehrfach beobachten, dass die beiden Storchenfamilien aus Westheim und Hammelburg etwas zusammengewachsen sind. Möglicherweise war der Druck zur gemeinsamen Abreise wesentlich höher, als der Instinkt für den richtigen Zeitpunkt.

Da Störche für weite Flüge die Thermik benötigen und ihren Weg nicht ausschließlich aus Muskelkraft bestreiten, spricht doch viel dafür, dass sie das warme Wetter genutzt haben, um abzureisen.

Damit könnte das turbulenteste Storchenjahr in Hammelburg nun doch noch erfolgreich zu Ende gehen. Sie erinnern sich sicherlich noch daran, dass am 28. Juni ein Gewitter über Hammelburg für einen Blitzeinschlag direkt ins Nest sorgte. Adele hat die Spannung des Blitz damals tötlich verletzt, von Jakob fehlte danach jede Spur. Wie durch ein Wunder haben die drei Küken den Blitzeinschlag überlebt. Die Entscheidung der Unteren Naturschutzbehörde führte dazu, dass die Jungstörche im Nest aufgezogen werden und von Hand gefüttert werden konnten. Der Bund Naturschutz organisierte das Futter, das teils vom Klaushof, teils von örtlichen Anglern geliefert wurde. Ein sechsköpfiges Team (Sebastian, Elisabeth, Linda, Kilian, Rudi und ich) wechselte sich mit dem Füttern ab. Wir fütterten erst täglich, später jeden zweiten Tag und beobachteten das Verhalten der Störche sehr genau.

Die Flugübungen fanden zeitlich leicht verzögert statt. Am 22. Juli (vier Tage später als im Mittel üblich) sprang dann der erste Jungstorch zum Jungfernflug aus dem Nest. Vier Tage später folgte der zweite Storch und erst am 1. August auch der Jüngste.

Eine ganze Zeit lang hielten sich unsere Störche nur auf den nahen Dächern auf, so dass wir uns Sorgen machten, ob sie das Futtersuchen ohne adulte Vorbilder überhaupt lernen würden. Dann kamen die Westheimer Störche ins Spiel, gerade so, als hätten sie von dem Problem in Hammelburg gewusst. Erst kreisten sie mehrfach über der Stadt, dann landeten sie sogar in unserem Nest, als wollten sie sagen: „Los, kommt mit!“

Erst Anfang August stellten wir das Füttern gänzlich ein, um den Druck auf die Störche zu erhöhen. Als wir unsere Störche dann zusammen mit den Westheimern bei der Futtersuche in den Saalewiesen und auf Äckern beobachten konnten, stand fest, dass sie auch diesen letzten Schritt ohne Anleitung ihrer Eltern gelernt hatten. Aber dafür mit Anleitung der Westheimer. Und das war vermutlich das Beste, was ihnen passieren konnte.

Nun sind sie vermutlich abgeflogen. Bezogen auf die Hammelburger und speziell auf unseren Jüngsten viel zu früh. Aber sie sind unterwegs. In den letzten zwei Tagen konnten wir nur noch die Westheimer Altstörche beoachten, die vielleicht wieder über den Winter hier bleiben. Vielleicht.

Ich verabschiede mich für dieses Jahr von Ihnen allen. Wir hatten dieses Jahr so viele Zuschriften wie nie. Darunter waren nicht nur viele Beobachter aus Hammelburg und dem restlichen Deutschland, sondern auch aus Polen, Frankreich und den skandinavischen Ländern. Einige wenige Zuschriften kamen auch aus anderen Ländern. Sogar ganze Schulklassen hatten sich den Störchen gewidmet und Tagebuch geführt. Wir freuen uns, wenn Sie auch im nächsten Jahr unsere Gäste werden – und wenn Sie, wie so viele Storchenfreunde auch, Hammelburg einen Besuch abstatten.

Bei den vielen Helfern (insbesondere zum Füttern) möchte ich mich herzlich bedanken. Es hatte sich immer jemand zum Füttern gefunden. Und die Diskussionen im Team zeigen, dass wir in Hammelburg längst ordentlich Fachwissen angehäuft haben, um auch herausfordernde Situationen zu meistern.

Wie es mit dem Mönchsturm baulich und mit der Technik genau weitergeht, steht noch nicht fest. Die jetzige Position der Kamera ist nur eine Notlösung, die aber längst nicht ideal ist. Wir schauen nämlich gegen den hellen Himmel und können das Nest nicht gut genug abbilden. Besser wäre es wieder an den Mönchsturm zurück zu kehren (der ja jetzt auch einen Blitzableiter bekommen soll).

Ich bedanke mich bei Ihnen allen für Ihre Teilnahme und das rege Interesse. Da der Stream mehrfach abgerissen ist, weiß ich nicht, wie viele Besucher wir genau hatten, aber die Zahl von über 250.000 Gästen haben wir schon länger überschritten.

Ich werde die Kamera noch ein paar Tage zur Sicherheit weiter laufen lassen, dann verabschiedet sich auch das Livebild, das ohnehin nur noch ein leeres Nest zeigt.

Ihnen allen wünsche ich noch einen schönen restlichen Sommer.

Christian Fenn

Störche in Westheim

Zwischenzeitlich hat uns eine Nachricht erreicht, dass heute Morgen ist Westheim sechs statt der vier Störche übernachtet haben. Das ist ein sehr deutlicher Hinweis darauf, dass sich zwei unserer Jungstörche den Westheimern angeschlossen haben. Hoffen wir, dass es der dritte auch noch tut.

Nur ein Storch am Nest

Heute Nacht sind zwei Jungstörche nicht mehr zum Nest zurück gekehrt: Das Nest selbst blieb daher diese Nacht zum ersten Mal leer. Ob sie wo anders übernachtet haben oder vielleicht wirklich schon abgereist sind, können wir noch nicht beantworten.

Der dritte Storch hat die Nacht, wie zuletzt regelmäßig, unterhalb des Nests verbracht. Das ist ein Hinweis darauf, dass er sich für diesen Schlafplatz selbst entschieden haben könnte, denn gestern gab es niemanden, der ihn hätte vertreiben können.

Endlich Gewissheit

Wir haben das Füttern der Störche eingestellt. Trotzdem beobachten wir sehr genau, wie sie sich verhalten und entwickeln.

Nachdem wir die Störche überwiegend auf den nahen Dächern beobachten konnten, gingen wir lange der Vermutung nach, ob sie vielleicht irgendwo gefüttert werden und gar nicht selbst nach Futter suchen.

Heute konnte Sebastian sie dann auf den Feldern nahe des Ostbahnhofs beobachten. Später sogar zusammen mit den Westheimer Störchen. Das ist ein großer Erfolg, denn so können sie sich viele Dinge abschauen.

Auch wenn unser Storchenjahr einige Turbulenzen erfahren hat, scheint es nun gut zu Ende zu gehen.

Foto: Sebastian Vogler
Foto: Sebastian Vogler

Dass einer der Jungstörche unter dem Nest schläft, scheint seine freie Entscheidung zu sein. Wir können nicht beobachten, dass er von oben vertrieben wird. Seine Flugleistung wäre in jedem Fall groß genug um das Nest zu erreichen.

Keine Sorge!

In den letzten Tagen gab es immer wieder Diskussionen, ob ist der jüngste Storch nicht mehr ins Nest zurück schafft oder ob die Geschwister ihn sogar nicht mehr hinein lassen? Niemand muss sich Sorgen machen. Unsere Störche entwickeln sich zwar etwas langsamer, aber es geht gut voran. Man kann sie zwischenzeitlich immer wieder auch mal in den Saalewiesen beobachten. Futter scheinen sie dort auch zu finden. Sebastian wertet an manchen Tagen aus, wie häufig die Kotabgabe stattfindet. Alles deutet darauf hin, dass sie ihren Weg gehen werden. Deshalb ist es nur richtig, wenn wir das Füttern weiter reduzieren.

Unser Auge tut sich zwar schwer, die drei Störche voneinander zu unterscheiden, trotzdem gibt es deutliche Hinweise, dass nicht immer das Jüngste unter dem Nest steht. Größe und Farbe des Schnabels deuten manchmal an, dass unser jüngster Storch häufig im Nest sitzt.

Fütterung am Abend

Heute haben wir zum ersten Mal am Abend gefüttert. Der kleinste Jungstorch war gestern nicht im Nest und hat daher kaum etwas abbekommen. Auch heute hat er es während der Fütterung nicht nach oben geschafft. Am späten Abend hat er daher nur ein einziges Küken zum Fenster hinaus gereicht bekommen und es auch gleich gegessen.

Die Futtersuche läuft nicht zufriedenstellend. Wenn die Störche nicht im Nest sind, sitzen sich auf den nahen Dächern. Häufig auf der Grundschule. Nur Futter suchen haben wir sie noch nicht gesehen.

Anstrengender Tag

Gestern war einiges geboten. Während der dritte Storch noch für seinen Jungfernflug unterwegs war, hatten wir wieder Besuch von „fremden“ Jungstörchen. Diese saßen auf der Kirche, vermutlich sogar zeitweise in unserem Nest. So genau unterscheiden können wir sie ja nicht.

Während der gesterigen Fütterung war unser Jungstorch nicht im Nest und und saß stattdessen auf dem Schornstein eines Nachbarhauses.

Folglich hat er vom Futter auch nichts abbekommen. Deshalb soll heute nochmal gefüttert werden. Und zwar erst dann, wenn alle drei im Nest sind, also eher am Abend.

Der „Kleine“ hat es gestern im Lauf des Tages nicht mehr ins Nest zurück geschafft und die Nacht darunter verbracht. Das wird heute nochmal ein Kraftakt für ihn.

Er hat’s geschafft!

Heute Morgen meinte man es ihm wirklich anzusehen. Ständig dieser Blick in die Ferne, Flügel auseinander, kurzer Sprung, wieder zurück. Wie wenn man als Kind das erste Mal auf dem Sprungturm im Schwimmbad steht. Und dann, endlich: um 9:19 Uhr verlässt auch der dritte Jungstorch das Nest.

Technik getauscht

Immernoch lässt sich der letzte Storch mit dem ersten Absprung Zeit. Man kann ihn sehr regelmäßig beim Üben beobachten. Und manchmal meint man, dass er kurz vor dem Absprung steht: aber er tut es noch nicht.

Heute wurde wieder gefüttert. Alle drei Jungstörche waren währenddessen im Nest und haben sich auch gleich ans Futtern gemacht.

Derweil habe ich die Technik heute nochmals getauscht. Die hochauflösende Astronomiekamera ist jetzt weg. Das führt zwar dazu, dass man die Störche nachts nichts mehr beobachten kann, dafür läuft das Bild tagsüber flüssiger (es ruckelt jetzt nicht mehr) und stabiler hoffentlich auch. Der Laptop steht nun wieder bei mir zu Hause und nicht auf dem viel zu warmen Dachboden, was viele Ausfälle verursachte.

Fütterung Mittwoch

Wenn das Futter zwei Tage einweicht, dann wird Füttern gleich viel unappetitlicher. Während der Fütterung war nur der letzte im Nest verbliebene Storch anwesend. Ein Gewöhnungseffekt an das Futterrohr lässt sich irgendwie nicht beobachten. Im Gegenteil: der Storch ist diesem heute sehr ausgewichen. Nachdem aber gestern nicht gefüttert wurde, hat er sich – wenngleich vorsichtig – doch am Futter bedient.

Etwa zwanzig Minuten später landeten beide Geschwister im Nest und haben sich ebenfalls gleich schmecken lassen. Hastig sah das allerdings nicht aus, weshalb der Hunger nicht übertrieben groß gewesen sein durfte. Vielleicht fangen sie ja doch langsam selbständig.

Wo sich die Störche genau aufhalten wissen wir derzeit noch nicht. Häufig sitzen sich auf den Dächern in der nahen Umgeben. Aber manchmal findet man sie dort auch nicht. Hier freuen wir uns über Rückmeldungen von Spaziergängern.

Keine Fütterung heute

Der dritte Storch hat den Absprung auch heute noch nicht gewagt. Stundenlang musste er daher alleine im Nest verharren und konnte seinen Geschwistern nur zusehen, wie sie ihre Runden drehten oder auf anderen Dächern saßen.

Unterdessen versuchen wir die Gegebenheiten den natürlichen anzupassen. Zum ersten Mal gab es heute kein Futter! Morgen mittag liefern wir aber wieder hoch.

Interessanterweise kamen die Geschwister zur üblichen Fütterungszeit nicht ins Nest zurück. Auch sonst war das Verhalten heute deutlich anders als sonst. Seit etwa 16 Uhr saßen alle drei Jungstörche im Nest. Man könnte interpretieren, dass sie auf das Futter warten. Aber auch das wäre wieder eine Übertragung menschlicher Sicht auf die Tiere.

Zweiter Storch fliegt

Ein wenig Detektivarbeit war das heute schon. Um 13:30 Uhr sprang der zweite Storch zweifelsfrei aus dem Nest und flog zu seinem Geschwisterchen auf das Dach der Grundschule. Aber die Rückkung ins Nest verriet bereits, wie geschickt er zu laden in der Lage war. Das weckte Zweifel, ob um 13:30 Uhr auch der Jungfernflug stattgefunden hatte.

Spult man die Aufnahmen dann bis 12:00 Uhr zurück, dann kann man einen „fliegenden Wechsel“ beobachten. Ein Jungstorch setzt zur Landung an, im gleichen Moment verlässt ein Storch das Nest. Es wurde zunächst nicht zweifelsfrei deutlich, ob der Storch quasi nur durch das Nest (mit kurzem Aufsetzen) geflogen ist oder ob synchron der zweite in diesem Moment abspringt (siehe folgendes Video).

Eine zweite Aufnahme aus einer anderen Richtung verrät dann aber schon, dass der zweite Storch in diesem Moment abspringt. Aber war das dann der erste Absprung? Hier ist zumindest das Verhalten etwas deutlicher, denn unmittelbar davor scheint er den Sprung noch zu scheuen. Aber das ist wohl viel Übertragung menschlichen Verhaltens in die Beobachtung eines Tieres und damit nicht besonderns aussagekräftig.

Eines steht jedenfalls fest: mindestens zwei Jungstörche können fliegen. Leider hat man sie noch nicht in den Wiesen gesehen, sondern immer nur auf den nahen Dächern. Es ist aber wichtig, dass sie anfangen selbst nach Futter zu suchen.

Technik

Heute war es minimal kühler als gestern, außerdem habe ich den Laptop anders positioniert. Die Kühlung war zumindest heute besser. Das Bild fiel nicht aus. Gestern passierte das mindestens zehnmal.

Anderes Thema: Wohnungssuche

Liebe Hammelburger,

heute will ich meine Homepage einmal für eine ganz andere Frage nutzen: Eine Betreuerin aus unserem Zeltlagerteam sucht für ihre Familie dringend eine Wohnung in Hammelburg Stadt oder Ortsteilen. Das kann auch ein kleines Haus sein. Die beiden Eltern und ihre vier Kinder benötigen ungefähr 5-6 Zimmer bei einer möglichen Miete bis zu 950 Euro inkl. Nebenkosten. Gerne darf das Haus auch ein Altbau sein, der vielleicht sogar etwas hergerichtet werden muss. Kann uns jemand weiter helfen? Dann rufen Sie mich bitte an unter 0170/8525180. Danke

Fremdstörche in der Stadt

Heute Vormittag war einiges geboten über unseren Köpfen. Einer unserer Jungstörche saß unterhalb des Nestes, die beiden anderen waren darin. Währenddessen kreisen fünf andere Störche über unseren Köpfen. Das ist auch unserem einzig fliegenden Jungstorch nicht entgangen. Er hat sich aufgeschwungen und ist zweitweise mit den Fremden geflogen.

Vielleicht ergibt sich daraus wirklich noch die Möglichkeit von anderen Störchen zu lernen. Noch immer hat nur ein Jungstorch seinen Jungfernflug absolviert.

Umweltbildung

Als die Technik nach dem Blitzeinschlag nicht mehr vor Ort aufgebaut werden konnte, fiel für viele Zuschauer die kontinuierliche Beobachtung aus. Das traf leider auch einige Schulklassen und Kindergärten, die die Störche regelmäßig beobachteten oder sogar deren Aufwachsen dokumentierten.

Um die Projekte nicht abreißen zu lassen mussten manchmal Notlösungen gefunden werden. So gab es auch eine Videokonferenz mit der Klasse GST1 vom Förderzentrum Neuendettelsau. Die Schüler haben sich nicht nur über die Störche informiert und Fragen gestellt, sondern am Ende auch ein Lied über Störche gesungen. Liebe Grüße nach Neuendettelsau.

Ausflug

Nach wie vor hat nur einer der Jungstörche den ersten Absprung geschafft. Dieser ist allerdings schon wesentlich geübter im Anfliegen des Nestes und Laden in der nahen Umgebung. Außerdem erkundet er langsam das nahe Umfeld. Gerade sitzt er auf dem Schornstein der Grundschule.

Vom Nest aus können ihn die Geschwisterkinder unmittelbar sehen. Vielleicht lockt es sie auch ein wenig aus dem Nest heraus. Der zweite Jungstorch könnte längst den Absprung wagen.

Das Füttern gestaltet sich nach wie vor schwierig. Die Störche fressen wesentlich weniger als in der vergangenen Woche.

Technik

Die akutell eingesetzte Technik ist für das warme Wetter überhaupt nicht geeignet. Die Temperaturen gehen häufig so hoch, dass die Kameras kurz abschalten. Dann gehen sie leider nicht wieder an. Bitte scheuen Sie sich nicht, mich umgehend anzurufen, wenn das Bild hängt. Ich kann es fast von überall fernsteuern, muss es aber wissen.

Die warmen Dächer erhöhen außerdem das Luftflimmern. Das kennen wir schon aus vergangenen Jahren, als die Technik noch im Kirchturm war. 120 Meter heiße Luft verschlechtern das Bild ungemein. Jetzt sind wir nicht mehr so hoch, wie damals auf dem Kirchturm. Der Blick geht daher näher an den heißen Dächern vorbei. Deshalb ist das Bild immer wieder sehr unscharf oder hüpft sogar.

Aktueller Stand

Am gestrigen Freitag hat (vermutlich) der selbe Jungestorch weitere Flüge unternommen, saß auch wieder einige Stunden unter dem Nest. Pünktlich zum Füttern ist er dann aber wieder hoch ins Nest geflogen. Zwischenzeitlich klappt das schon besser. Auch ein kurzer Rundflug am Abend verriet, dass er zwischenzeitlich ganz gut an Höhe gewinnen kann.

Heute Morgen hat er dann bereits mehrfach eine kurze Runde gedreht, die jeweils zuverlässig direkt im Nest endete. Mindestens ein weiterer Storch lässt sich dadurch offenbar anspornen. Er macht ordentlich Flugübungen, hat aber den Absprung noch nicht gewagt.

Rückflug ins Nest

Gestern habe ich keine Fische mehr gefüttert und die Futtermenge deutlich reduziert. Es besteht überhaupt kein Zweifel daran, dass sie die Fische nicht bevorzugen und diese dann teilweise aus dem Nest werfen. Auch ein „Zuviel“ an Küken führt zur Entfernung aus dem Nest. Nur die Mäuse werden konsequent gefressen. Wer unter dem Turm läuft muss damit rechnen, dass er von den Störchen „gefüttert“ wird und Futter abbekommt 🙂

Endlich erster Jungfernflug

Heute um 14:48 Uhr ist der erste Jungstorch relativ spontan vom Nest abgehoben und davon geflogen. Die beiden Geschwister schauten ihm noch nach. Kurze Zeit später landete er unterhalb des Nestes auf dem Dach des Mönchsturm. Dort ruhte er sich mehrere Stunden aus.

Foto: Sebastian Vogler

Gegen 18:40 Uhr wagte er dann den nächsten Absprung, drehte eine kurze Runde, schaffte aber nicht die Höhe des Nest zu erreichen. Deshalb landete er unmittelbar unterhalb des Nestes.

Ich änderte die Position der Kamera, so dass er dort auch beobachtet werden konnte. Nach zwei weiteren Anläufen schaffte er es dann, direkt im Nest zu laden.

Um 19:11 Uhr wurde er dann von beiden Geschwistern mit hörbarem Geklapper im Nest begrüßt. Der mehr als vier Stunden dauernde Ausflug hatte dem Storch aber offenbar zugesetzt, denn bald danach saßen alle drei am Nestboden. Morgen zieht hoffentlich das nächste Geschwisterchen nach.

Eines haben wir heute auf jeden Fall lernen dürfen, nämlich dass der Jungfernflug auch ohne adulte Vorbilder möglich ist, allerdings bei uns vier Tage später als im Mittel zu erwarten gewesen wäre.

Fütterung

Immer wieder erreicht uns die Frage, wie es mit der Fütterung weitergeht: Aktuell konnten wir beobachten, dass die Fische nicht gerne gefressen werden. In den letzten Tagen haben wir möglicherweise zu viel gefüttert, so dass die Störche eine Auswahl hatten und daher die Fische kaum anrührten. Wir werden in den nächsten Tagen daher deutlich weniger Futter nach oben bringen. Wenn die Störche sich außerdem gleich auf das Futter stürzen (weil sie Hunger haben), dann ist die Nahrung auch wesentlich wasserhaltiger und wir können leichter mit Wasser versorgen.

Andere Lösungsansätze sind noch in der Diskussion.

Fütterung Mittwoch

Heute haben mehrere Störche in der Stadt für die Annahme gesorgt, dass unsere Störche ihren Jungfernflug absolviert haben könnten. Dem ist aber nicht so. Nach wie vor sind sie mit Flugübungen beschäftigt, wagen sich aber noch nicht aus dem Nest.

Auch das Füttern verlief heute ähnlich ruhig wie gestern. Sie stürzen sich nicht mehr auf das Futter, sondern verhalten sich eher ruhig. Gefuttert wird über den ganzen Tag verteilt. Vermutlich füttern wir immer noch zu viel.

Leider fiel die Kamera immer wieder mal aus – sie ist für diesen Einsatz einfach nicht gedacht. Deshalb haben wir nicht lückenlos beobachten können.

Auch heute kein Flug

Auch am heutigen Montag haben die Jüngstörche noch keinen Jungfernflug absolviert. Ein wenig hatte ich den Eindruck, dass sie auch in Sachen Flugübungen heute nicht ganz so aktiv waren wie gestern. Auch beim Füttern haben sie sich heute erstmals nicht auf’s Futter gestürzt.

Für morgen hätte ich den ersten Jungfernflug erwartet. Den berechne ich aus dem Mittelwert der vergangenen Jahre plus zwei Tage Reifeverzögerung, aufgrund der Umstände. Nun stellt sich die Frage, ob die Abwesenheit der adulten Vorbilder auch noch einen Einfluß haben könnte. Und ob wir das Füttern vielleicht sogar reduzieren oder einstellen sollten, damit wir es der Natur nachmachen.

Noch kein Jungfernflug heute

Im Lauf des Sonntags gab es keinen ersten Absprung. Dafür nahmen die Flugübungen in den letzten beiden Tagen massiv zu. Auffallend bleibt, dass ein Jungstorch deutlich häufiger als die anderen in der Hocke sitzt. Es könnte sein, dass die beiden Erstgeschlüpften Störche deutlich früher abspringen, als das Geschwisterchen.

Am Abend habe ich die Technik etwas verändert. Jetzt blickt ein anderes Teleskop auf das Nest. Das hat eine kürzere Brennweite und ist daher optisch nicht ganz so nah am Nest. Für Flugübungen ist das besser geeignet, weil wir dann etwas mehr „Umgebung“ sehen können. Auch für Besuche fremder Störche wäre es übersichtlicher. Außerdem hält die Bauart des Teleskops den Schärfepunkt über den Tag verteilt besser als das gestrige. Da die Technik im Dach doch ziemlich warm wird, läuft jetzt eine Kühlung der Kamera mit.

Statistisch wäre heute Jungfernflug

Wenn man die Statistik der letzten Jahre auswertet, dann stünde heute der Jungfernflug der ersten beiden Küken an. Gestern und heute konnte man auch ordentlich Übung der Störche beobachten. Teilweise können sie sich schon richtig hoch über das Nest heben, sogar bis aus dem Bild heraus. Auch heute morgen macht ein Küken schon fast einen „nervösen“ Eindruck, als würde es gerne, traue sich aber noch nicht.

Andererseits gehe ich davon aus, dass es aufgrund der Umstände auch zu leichten Entwicklungsverzögerungen kommen kann. Das ist aber reine Vermutung. Wir dürfen gespannt bleiben, was heute passiert.

Das Foto ist von gestern. Schön ist auch der „bewundernde“ Blick der Geschisterstörche.

Fremdstorch im Nest

Kurz vor zwölf Uhr sind mehrer Störche um den Mönchsturm gekreist. Und ebenfalls mehrmals landete einer davon sogar im Nest. Es handelt sich dabei um einen Jungstorch aus diesem Jahr. Er könnte aus Westheim stammen. Auffällig daran ist, dass die hammelburger Jungstörche diesen kaum abwehren. Sie verscheuchen nur sehr zögerlich, während sie deutliche Abwehrreaktionen zu fremden adulten Störchen zeigen.

Vielleicht aber sind diese Besuche gar nicht so schlecht. Unseren Störchen fehlen immerhin die Vorbilder, die zeigen, dass man weg fliegen kann und die Welt nicht nur daraus besteht, auf die nächste Fütterung zu warten.

Aber schauen Sie selbst und zählen Sie genau!

Fütterung Freitag

Heute kam mal wieder eine hochauflösende Kamera zum Einsatz. Da ich die Fütterungsmaschine (samt Kamera) nicht gleichzeitig halten und die Kamera fernsteuern kann, sind das keine perfekten Bilder, aber schön anzuschauen sind unsere drei Jungstörche trotzdem.

Deutlich ist zu erkennen, dass diesmal keine Futterreste im Nest lagen. Allerdings war gestern auch kein Fisch dabei, an den gehen die Störche nämlich nicht sofort. Wenn der Essenvorrat aber knapp wird scheinen sie die Fische trotzdem nicht zu verschmähen. Sonst würden wir sie ja oben finden.

Fütterung Donnerstag

Nachdem ich gestern bei der Fütterung nicht dabei war, gibt erst heute wieder ein kleines Video. Nach wie vor würde ich einschätzen, dass die Störche für ihr Alter noch deutlich zu wenige Flugübungen machen. Man kann sie zwar immer wieder mal beobachten, aber aus vergangenen Jahren kennen wir da eigentlich ein höheres Engagement.

Fütterung Dienstag

Auch heute ist wieder ein Video von der Fütterung entstanden. Deutlich kann man erkennen, dass zwischenzeitlich alle drei Jungstörche kupferfarbene Schnäbel bekommen. Sehr spannend im Video sind auch die Geräusche, welche die Störche in Erwartung des Futters von sich geben.

Immer wieder kann man die Jungstörche bei Flugübungen beobachten. So auffällig wie wir es aus vergangenen Jahren kennen, ist es noch nicht.

Heute erreichte mich die Anfrage, wann die Jungstörche wohl zum ersten Mal das Nest verlassen und ihren Jungfernflug antreten. In den letzten Jahren haben die Jungstörche im Mittel am 63. Tag ihren ersten Flug gewagt. Das wäre in diesem Jahr dann der 18. Juli. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass es aufgrund der Umstände zu leichten Reifeverzögerungen kommt. Außerdem könnte das jüngste Geschwisterchen auch an einem späteren Tag abfliegen. Zwischen dem 18. und 20. Juli sollten wir daher die Augen offen halten.

Wie groß sind die Küken?

Die provisorische Kamera hat durchaus ihre Tücken. Heute hing das Bild wieder, es ruckelt sowieso und im Laufe des Tages wird das Bild auch unscharf. Einen großen Vorteil hat die neue (alte) Technik aber doch, denn wir können nun die Größe der Störche wieder vermessen. Und die bringen ordentlich Spannweite zusammen. Maßangaben sind in cm

Wieder Livestream und Fütterung

Seit heute Mittag ist wieder ein Livestream vom Storchennest verfügbar. Mit der Kamera habe ich allerdings den Turm verlassen und arbeite jetzt wieder mit einer ähnlichen Technik, wie vom Kirchturm. Leider hatte ich für diese Methode keine Kamera parat, so dass ich meine Astrokamera ASI2600MC zweckentfremden musste. Diese ist für solche Aufnahmen überhaupt nicht optiert, weshalb viel zu viel Bildinformationen gesammelt werden. Dies führt dazu, dass das Bild nicht mehr flüssig läuft. Aber wenigstens können Sie etwas sehen.

Bei der Fütterung am heutigen Tag wurde klar, dass wir die Ration wieder etwas erhöhen sollten. Deshalb haben wir heute mehr Futter für Morgen eingeweicht (die gefrorenen Küken und Mäuse werden zum Auftauen in Wasser eingelegt). Außerdem schauen die drei heute schon wieder wesentlich besser als als gestern. Aber schauen Sie selbst: